Nachzügler

by LG on 23. August 2011

Erfreulicherweise hat der dritte Marsch der Erinnerung nun auch einiges in Blätterwald und Weltnetzdickicht hinterlassen, möglicherweise sogar in amtlichen Unterlagen.

In der berühmt-berüchtigten Netzpostille Altermedia hat ein Nichtmitglied und Teilnehmer des Marsches sein eigenes Erleben dargestellt, was sein gutes Recht ist. Die dort vorrangig politische Färbung liegt bei diesem Thema sicher auf der Hand. Gedacht aber ist dieser Marsch auch und vor allem als Mittel darstellender Kunst, obwohl derzeit sicher von geringer Qualität. Sogar Laiendarsteller aus den angrenzenden Ländern waren eingeladen worden. 

Unfreiwillig hat diese Funktion nun Arzt Ryszard Perliński übernommen. Offenbar leidet dieser an den Folgen der Indoktrination im kommunistischen Polen besonders, so daß seine lauten Klagen die Stadt Zittau direkt oder indirekt zu einer amüsant späten Anzeige gegen unsere freie Kunstaktion anstachelten.

Zu seinen Kümmernissen: Schrecken ist der unmittelbar empfundene Einbruch der Wahrheit. Tiefsinnige Sätze mit unterschwelligem Bedauern wie „Es wird immer Leute geben, die anders denken als wir. So ist eben das Leben.” kann man einem Arzt einer Nervenheilanstalt, der mit seinen Patienten leidet oder Neukunden braucht, vielleicht noch nachsehen. Doch wären wir Narren, gewährtet ihr Narrenfreiheit. Sind wir es nicht, habt ihr nur Angst vor der Gedankenfreiheit.

Daß die gütigen Deutschen aus der Hillerschen Villa (kein Rechtschreibfehler darinnen!), die mit den Erträgen ihrer KunstAUktion eigentlich das darniederliegende  polnische Gesundheitssystem erblühen lassen wollten, nun betroffen den Monologen des lokalen Sorgenträgers lauschen mußten, bedauern wir hiermit aufrichtig. Diese Phrasen, die mit dem Wortteil “faschis” die Welt erklären wollen, kennen auch wir zur Genüge aus einem untergangenen Märchenland.

Wir leiden insbesondere mit den Lokalredakteuren der SZ. Diese darben bereits in den niedrigsten Positionen dieser Hierarchie, für den Aufstieg müssen sie polnische Ortsnamen aussprechen, für den “Abriß Ost” Schönsprech erfinden – und sich nun auch noch als Knechte eines Nachbarn verdingen, dessen örtliche Diebstahlserien die Zeitungsspalten geradezu blockieren.

Lediglich die Verwendung des Etiketts “Rechtsextreme” trifft uns, denn einer demokratischen Sitzordnung wollen wohl nur wenige von uns entsprechen. Um uns ist es weit schlechter bestellt: Wir nennen uns gern Deutsche.

Anzüglichkeiten zu Journalistennamen verkneifen wir uns hier natürlich, ebenso die Hinweise auf Rechtschreib- und Grammatikfehler oder wehrhaftes Demokratieverständnis. Denn auf  markige Sprüche wie “hier müßte die Justiz sofort und hart durchgreifen” warten viele beklaute Oberlausitzer ja schon sehr lange – wenn auch aus anscheinend zu niedrigen Gründen. Und die Erkenntnis, daß die tabulose BRD  noch 66jährige Tabuthemen kennt und diese der “Aufarbeitung” bedürfen, könnte bekannteren Kommentatoren Schlips und Kragen kosten. Herr Mielke, kommen Sie doch einfach vorbei und wir klären uns gegenseitig ein wenig auf.

Für sachliche Kritik am Marsch danken wir. Geographie und Geschichte sind uns bekannt, die Oberlausitzer Jugend darf uns gern vertreten im nächsten Jahr.  Tatkräftige Mithilfe und kluge Einfälle sind immer willkommen.

Wir suchen schlicht mit dem auszukommen, was wir selbst haben. Wir wissen um die Mängel und um den Hauptmangel überhaupt: Nur zu ahnen, was andere erlitten. Es sind jedoch diese geringen Taten, bei denen sich zeigt, wer einer gemeinsamen Idee mit Leib und Seele wirklich anhängt. Nichts sonst zählt mehr in diesem … .

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Die Verwirrung unserer Nachbarn kann hier (evtl. mit Hilfe eines Onlineübersetzers) nachempfunden werden:
http://lgp.org.pl/?p=703

PS zu diesem Verweis: Gleichartige Initiativen von einzelnen Polen und auch Vereinen, deutsche Geschichte auf ihre Weise zu erforschen und zu bewahren (wobei die Faszination für die 12 Jahre überall hindurchschimmert), möchten wir hiermit gebührend würdigen. Dank zahlreicher eigener Erlebnisse wissen wir, welch erleuchtende und befreiende Wirkung solch Tätigkeit haben kann.

{ 2 comments… read them below or add one }

Arno August 26, 2011 um 21:23

Von Lindenau bis Kattowitz – Heimat Schlesien!

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NAA August 26, 2011 um 13:23

Ich drück Euch die Daumen ! Macht weiter so und laßt Euch nicht beirren.

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